[Blogtour] Es wird keine Helden geben von Anna Seidl

Amokläufe: 
Warum wird man zum Täter? Ist der Täter auch ein Opfer? 



Heute startet die große Blogtour zu einem ganz besonderen Buch: 
„Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl.

Noch vor Weihnachten durfte ich dieses ganz besondere Buch lesen, das sich mit einem sehr speziellen und wie ich finde wichtigen Thema beschäftigt: Amoklauf

Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt, warum man zum Täter wird und ob nicht auch der Täter irgendwie ein Opfer ist.

Zum Täter wird man nicht einfach so. 
Man steht kaum morgens auf und denkt sich: heute werde ich zum Amokläufer. 
Es ist ein langer Prozess bis dahin. 

Aber als Außenstehender macht man es sich einfach, vielleicht zu einfach. Bedingt durch die Medien packt man die Täter in eine Schublade: sie spielen Computerspiele, haben keine Freunde, sind Außenseiter und immer Mobbingopfer. 

Was bei Matias Staudt, dem Amokläufer im Buch, der Fall war: Er wurde von Miriam und ihren Freunden gemobbt und geschnitten:


[...]>>Selbst wenn ich nicht absolut glücklich mit meinem Freund wäre [...] würde ich lieber alleine auf einen Ball gehen als mit dir. Du stinkst, hast richtig schlimm Akne und wäschst deine Haare nicht. Ich würde nicht mal mit dir ausgehen, wenn du der letzte Junge auf der Welt wärst.<<
Seite 80
- Miriam zu Matias



Was ihn dann letztendlich zu dem Amoklauf bewegt, das weiß man als Leser nicht. Denn auch er kommt bei dem Amoklauf ums Leben. 
So gesehen ist dann Matias auch ein Opfer. Es rechtfertigt seine Taten nicht, aber Miriam und die anderen hätten anders mit ihm umgehen müssen, denn Mobbing ist keine Lappalie. Sie hätte ihm ja auch einfach ganz normal absagen können und nicht wie in dem Zitat oben so gemein sein müssen.

Die Gründe für Amokläufe sind sicher vielfältig und sehr komplex und da die Täter danach meistens auch tot sind wird man in den meisten Fällen kaum mit 100% Sicherheit sagen können ob dieses oder jenes schuld oder der Auslöser war.
Oft stecken aber auch psychische Erkrankungen dahinter.
Wen jetzt genaueres interessiert, dem möchte ich diesen Artikel bei Spiegel Online empfehlen:

Letztendlich wird eines klar: 
Auch der Täter wurde irgendwann zum Opfer. 
Ein Opfer, das dringend Hilfe gebraucht hätte. Vielleicht hätte dann schlimmeres verhindert werden können.

Wenn ihr jetzt hoffentlich ganz doll neugierig auf das Buch seid, dann habe ich noch ein extra Schmankerl für euch: 
Schaut am 10.01. nochmals bei mir vorbei, denn dann habt ihr die Möglichkeit, bei mir 10 signierte Exemplare von Es wird keine Helden geben zu gewinnen. Auch auf den anderen Blogs gibt es das Buch zu gewinnen!

Das Buch sollte wirklich gelesen werden, mir ist es so richtig unter die Haut gegangen. Hier könnt ihr meine Rezension dazu lesen.



Kommentare:

  1. Ich bin durch lovelybooks auf eure Tour aufmerksam geworden. Die Neugier auf das Buch ist dadurch noch größer geworden. Toll, was ihr da auf die Beine stellt.
    LG vielleser18

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  2. Hallo vielleser18,

    schön, das freut mich. :) Genau das wollen wir erreichen! Viel Spaß beim lesen der ganzen Beiträge!

    Glg
    Micha

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  3. Hallo Micha =)
    ein sehr interessanter Beitrag den du da geschrieben hast. Du hast mich neugierig auf das Buch gemacht.
    Ich finde deinen Blog wunderschön und bin gleich Leserin bei dir geworden.
    Ich wünsche dir einen schönen Wochenstart =)

    LG Sunny

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    1. Hi Sunny,

      schön, das freut mich. :D
      Danke, dir auch!

      Glg
      Micha

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  4. Guten Morgen!
    Ein toller Beitrag hast Du geschrieben! Der gefällt mir!

    LG Mone
    monesleseinsel.blogspot.de

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  5. Hallo und guten Morgen,

    alleine die Fragestellung ist schon schwierig, denn was bedeutet eigentlich Täter oder Opfer in diesem speziellen Sachlage. Kennt man den möglichen Täter und gerät in seinen Tatenbereich..verhält man sich anderster als normal. Das ist schon mal schwierig zu beantworten oder? Und was hat man selber dazu möglicherweise beigetragen, dass solle Taten passieren...

    Gute Beispiele, die Du Dir da, lieber Micha ausgesucht hast, denn es zeigt wie schnell man zum Täter einer möglichen Tat versuchen kann, durch mitunter unbewusste, dumme Bemerkungen und Aussagen über andere Mitschüler usw. !

    LG..Karin...

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    1. Hallo Karin,

      natürlich ist das Thema allgemein sehr schwierig. Ich finde es soll alles nur ein kleiner Denkanstoß sein und vielleicht überdenkt ja der ein oder andere seine Bemerkungen / Taten usw.

      Glg
      Micha

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  6. Liebe Micha, ich habe mir jetzt deinen Beitrag durchgelesen - und du hast es gut rübergebracht. Ein sicherlich schwieriges Thema. Nur manchmal frage ich mich, wieviele werden wirklich umdenken? In unserer heutigen Zeit haben die "Schattenleute" echt keine gute Position, um sich zu behaupten und nicht niedergemacht zu werden.
    LG HANNE

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    1. Liebe Hanne,

      danke. :)
      Ja, das weiß man nicht, aber man kann die Leute ja auch nicht zwingen. Es wird immer Leute geben die sich quer stellen. Aber dann kommt ja auch noch der Aspekt mit der Psyche rein. Das ist also ein sehr schwieriges Thema...

      Glg
      Micha

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